central asia
Montag, September 22, 2003
 

.uz .uz .uz techno im polizeistaat



Taxifahrt von Osh nach Tashkent: die uebliche nachtfahrt, vollkommen kaputt um 4h angekommen. Riesige stadt, locker 2 mill. leute. Es gibt kaum mehr ein historisches Zentrum, weil in den 30ern ein groszes erdbeben fast alles zerstoert hat. Infolge dessen wurden viele russen dazu motiviert, hierher zu uebersiedeln und mitaufzubauen. Als dann Moskau als belohnung wohnungen an die russen gratis vergeben wollte, kam es zum massaker zwischen uzbeken und russen. Man spuert noch heute, dass uzbekistan am liebsten nichts mehr mit russland zu tun haben will. Ein groszteil der namen wurde von kyrillisch auf das westliche alphabet umgeschrieben und mehrmals umbenannt.

Es gibt intensive halwegs freundliche beziehungen zu den USA, die wiederum haben hier ihre militaerbasis (fuer den Afghanistan, ganjeschna). Die hier lebenden russen wollen allesamt am liebsten auswandern. Erstens aus wirtschaftlicher sicht, zweitens kann man hier als russe wenig erreichen. Vor allem nicht, wenn man nicht uzbek spricht. Kirgisisch ist fuer kasachen manchmal verstaendlich, detto umgekehrt. Uzbek hingegen klingt alleine schon sehr arabisch.

Ich muss einiges an uzbek popmusik mitnehmen/uploaden. Man gewinnt den eindruck, dass hier oder in pakistan/tadjikistan/turkmenistan/in dieser region der techno beat erfunden wurde: uzuzuzuz genial! wunderbare trommeln und gitarrenaehnliche musikinstrumente.

fuer die bilder fantiker:

bazar in Taskent - die zwiebelabteilung.
Die gewuerzeabteilung.
Die Schuhreperatur ("ремонт") abteilung
Die uzbek karte

How to deal with the police
Die situation hat sich anscheinend in den letzten jahren stark verbessert, trotzdem gilt: touristen werden von der polizei als freiwild fuer eine "Straf" (ja! russisches wort!) angesehen. Man kann mittlerweile mit starkem beharren "mein visum ist korrekt und meine OVIR registration ist korrekt" und "nein, ich zahle nicht, was ist ihr name" und viel geduld waehrend dein gepaeck durchsucht wird ungeschoren davonkommen. Frueher war das anscheinend nicht so einfach. Valeria vom Soros Center in Almaty - in Tashkent geboren - hat mich eindringlich gewarnt. Dafuer muss man als tourist (nicht so einfach als unabhaengiger) bei jeder herberge seine OVIR (meldeamt) registration machen. Potenziell muss die polizei ("militsiya") jeden tag deines aufenthaltes nachvollziehen koennen.

Die offizielle begruendung fuer soviel polizeistaat ist - no na! terrorismus. Diesmal von Tadjikistan aus. Im ganzen Fergana tal muss man mit autosperren ("Schlagbaum", das naechste russische wort) alle halben stunden rechnen. Und soviel tadjik-islamischer extremismus scheint den USA plaenen der uzbekischen regierung doch unangebracht.

Tashkent selbst erscheint relativ westlich (im vergleich zu Osh): Frauen kleiden sich westlich und durchaus un-islamisch und es scheint niemanden zu stoeren. Die vielen moscheen findet man aber nichtsdestotrotz. Mal sehen wie es sich im restlichen Uzbekistan verhaelt. Zumindest ist der halbmond hier schon im staatswappen enthalten.

tashkent bazar im moschee stil
Tashkent metro: photographieren ist hier streng verboten, weil die metro ein bomb-shelter fuer den US nuklear angriff ist.
 
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